Arbeitsmarkt

Fakten und Zahlen zum Arbeitsmarkt

Im Jahr 2018 waren insgesamt 4.319.100 Personen erwerbstätig, davon 2.295.600 männlich und 2.023.500 weiblich.

2018 AMS im Überblick

Beschäftigung

Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen, d.h. die Zahl der Erwerbstätigen in Prozent aller Personen dieser Altersgruppe, lag 2018 bei durchschnittlich 73,0%. Die Teilzeitbeschäftigungsquote (Anteil der Personen, die nach eigenen Angaben weniger als 36 Stunden pro Woche arbeiten) lag bei 28,2%. Allerdings waren 47,5% der erwerbstätigen Frauen und nur 11,2% der Männer teilzeitbeschäftigt.

Arbeitslosigkeit

Im Jahr 2018 lag die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt bei 355.637. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,7% (registrierte Arbeitslose).

Die Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre alt) lag bei 6,7%, während die Arbeitslosenquote der älteren Menschen (50 plus) bei 8,7% lag. Nicht-österreichische Staatsbürger waren von der Arbeitslosigkeit besonders betroffen (11,3%).

Im Ländervergleich war die Arbeitslosigkeit in Wien mit 12,3% am höchsten und in Tirol mit 4,9% am niedrigsten.

Quelle: http://www.migration.gv.at/  

Arbeitsbedingungen

Löhne und Gehälter  
Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen erhalten für ihre im Arbeitsvertrag vereinbarte Leistung ein entsprechendes Entgelt.
Die Höhe des Entgeltes wird einerseits durch Gesetze, durch Kollektivverträge und/oder durch Betriebsvereinbarungen geregelt und hängt andererseits von individuellen Faktoren wie Alter, Qualifikation, Arbeitszeit, Verwendung im Betrieb (Position) etc. ab.  
Die Auszahlung des Entgeltes erfolgt in den meisten Fällen durch Überweisung auf ein Gehalts-/Girokonto zum Monatsletzten oder zum Monatsersten des nächsten Arbeitsmonats.
Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen wird das Entgelt – wenn in Kollektivvertrag und/oder Betriebsvereinbarung festgeschrieben - 14mal jährlich ausbezahlt: zwölf Monatsgehälter sowie ein Monatsgehalt als Weihnachtsgeld, ein Monatsgehalt als Urlaubgeld (sogenannte Sonderzahlungen).
Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und weitere Abzüge (z.B. Gewerkschafts-beitrag) werden bei Arbeitnehmern/Arbeitnehmerinnen vom Bruttolohn abgezogen und von Arbeitgeber/Arbeitgeberin einbehalten, der/die sie dann an die entsprechenden Institutionen (Finanzamt, Sozialversicherung etc.) abführt.  
Mit Ausbezahlung des Entgeltes erhalten Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen in der Regel monatlich eine schriftliche Entgeltabrechnung einen so genannten Lohnzettel, der eine genaue Aufschlüsselung der Abzüge (Steuern, Sozialversicherung, gesetzlich vorgeschriebene und freiwillige Beiträge (z.B. Gewerkschaft) enthält.  
ec.europa.eu/eures/main.jsp=
Quelle: ec.europa.eu/eures/
 
Arbeitszeit  
Das Arbeitszeitgesetz gilt für fast alle Beschäftigten der Privatwirtschaft über 18 Jahre. Für Jugendliche sowie definierte Gruppen (z.B. Lenker/Lenkerinnen von Kraftfahrzeugen) gelten eigene Arbeitszeitbestimmungen.
Die Normalarbeitszeit ist:
-eine Tagesarbeitszeit von 8 Std. (Arbeitszeit innerhalb von 24 Std)
-eine Wochenarbeitszeit von 40 Std. (Arbeitszeit von Montag bis einschließlich Sonntag)
Kollektivverträge vieler Branchen verkürzen die Wochenarbeitszeit z.B. auf 38 Stunden. Es gibt Ausnahmen und Sonderregelungen.
Nähere Informationen finden Sie hier:
ec.europa.eu/eures/main.jsp=
Quelle: ec.europa.eu/eures/ 
 
Urlaub  
Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen/Lehrlinge haben einen Urlaubsanspruch auf mindestens fünf Wochen bezahlten Urlaub pro Arbeitsjahr. Bei Berechnung des Urlaubs nach Werktagen (inklusive Samstag) haben Sie Anspruch auf 30 Urlaubstage bzw. 25 Arbeitstage pro Arbeitsjahr.
Das Arbeitsjahr beginnt mit dem Eintrittsdatum.  
Zusätzlich zum monatlichen Gehalt erhält ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin in Österreich – wenn im Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag vorgesehen - einen Urlaubszuschuss auch 14. Monatsgehalt oder Urlaubsgeld genannt.  
In den ersten 6 Monaten des ersten Arbeitsjahrs wird der Urlaubsanspruch anteilig berechnet. Ab Beginn des 7. Monats haben Sie den vollen Urlaubsanspruch, ab dem zweiten Arbeitsjahr entsteht der gesamte Urlaubsanspruch mit Beginn des Arbeitsjahrs.  
Weitere Informationen finden Sie hier:
ec.europa.eu/eures/main.jsp=  
Quelle: ec.europa.eu/eures/
 

Dienstverhältnisse

Freier Dienstvertrag

Freie Dienstnehmer sind Personen, die als unabhängige Auftragnehmer arbeiten. Wesentlich für den freien Dienstvertrag ist, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft auf Zeit zur Verfügung stellt.

Die Beschäftigung im Rahmen eines Kurzzeitvertrags als freier Dienstnehmer ist wie folgt gekennzeichnet:

-      keine oder geringe persönliche Abhängigkeit

-      unabhängige Auftragnehmer können Subunternehmer beauftragen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen

-      Sie können ihre eigenen Ressourcen verwenden

-      Sie sind nicht in die Unternehmensorganisation integriert

-      Sie werden in der Regel stundenweise bezahlt

 

Im Gegensatz zum Werkvertrag besteht keine Gewährleistung für die Ausführung bestimmter Arbeiten.
Freie Dienstnehmer, die befristete Verträge mit einer monatlichen Vergütung haben, die die Mindestlohngrenze überschreitet (im Jahr 2018: 438,05 €), müssen vom Arbeitgeber bei der zuständigen regionalen Krankenkasse angemeldet werden und genießen somit einen Krankenversicherungsschutz.

Sie haben ab dem vierten Tag der Berufsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld; Sie genießen damit Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung und unterliegen dem Insolvenzentgeltversicherungsgesetz (IESG).

Selbständige Unternehmer haben auch Anspruch auf einen Dienstzettel.

Bitte beachten Sie: Selbständige Unternehmer genießen nur einen eingeschränkten Schutz nach österreichischem Arbeitsrecht. Ohne einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem selbständigen Unternehmer besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf Sonderleistungen, Urlaub, Freistellung von der Leistungspflicht und Kündigungsschutz.

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) gilt jedoch sinngemäß auch für Kündigungsfristen. Sie können eine Abfindung erhalten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und dem Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) unterliegen.

 

Der Arbeitgeber muss eine Unfallversicherung für Personen abschließen, die eine Vergütung unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenze erhalten (Geringfügig Beschäftigte – monatliches Einkommen bis zu € 438,05 im Jahr 2018).

Der Abschluss einer freiwilligen Kranken- und Rentenversicherung ist möglich; Personen, die eine Vergütung unterhalb der gesetzlichen Grenze erhalten, müssen sich selbst bei der zuständigen regionalen Krankenkasse melden.

Freie Dienstnehmer müssen Einkommenssteuern zahlen, wenn ihr jährliches Einkommen einen bestimmten Betrag übersteigt. Sie sind als Unternehmer eingestuft und müssen bei der zuständigen Finanzbehörde eine Steueridentifikationsnummer beantragen.[1]

 

www.arbeiterkammer.at (Kurzarbeitervertrag als freier Auftragnehmer)
www.arbeiterkammer.at (Broschüre: Freie DienstnehmerInnen)
www.usp.gv.at (Freie Dienstnehmer)

[1] Vgl. Bittner (2015): Living and Working in Austria, S. 47 – 48. Vienna: Public Employment Service Austria (AMS Österreich).